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Glaukom - der Grüne Star

Glaukom

Der Komponist Richard Wagner sagte vor langer Zeit: „Wir sprechen zu viel, aber wir sehen zu wenig." Mit diesem tiefgründigen Ausspruch vor circa 200 Jahren meinte er sicher nicht nur unsere älteren Mitmenschen. Tatsache ist jedoch, dass unsere Senioren heute zwar älter werden als zu jener Zeit, aber Erkrankungen sich vermehrt mit dem Alter einstellen können. Lässt die Sehkraft nach, kann durchaus ein Glaukom (Grüner Star) dafür die Ursache sein.

Was ist ein Glaukom?

Das Glaukom (Grüner Star) ist eine gefährliche, häufig auftretende Augenerkrankung. Bekannt aus der frühesten Antike gab Aristoteles ihr den Namen Glaukom. Im Deutschen bedeutet es so viel wie „leuchtend" oder „hell". Die Bildung vieler sehr heller, fast leuchtender Punkte trug zur Namensgebung bei. Die typische grünlich schimmernde Verfärbung der betroffenen Augen führte zu ihrer anderen Bezeichnung „Grüner Star" und wurde im deutschsprachigen Raum ab dem 20. Jahrhundert gebräuchlich.

Je nach Krankheitsbild unterscheidet man zwischen primärem, erworbenem Glaukom und angeborenem Glaukom. Bei allen Formen werden meist langsam, aber unwiderruflich die Nervenfasern des Sehnervs bis zur Erblindung geschädigt. Dabei können ein Auge oder beide Augen betroffen sein. Die Schädigung des Sehnervs erfolgt dabei durch einen ständig erhöhten Druck im inneren Auge. Der hohe Augeninnendruck führt mit der Zeit zu einer Zersetzung der Fasern des Sehnervs. Diese zerstörten Nervenfasern können ihre Funktion nicht mehr erfüllen, den Sehreiz an das Gehirn weiterzuleiten. Der betroffene Patient leidet dann zunächst an „Gesichtsausfällen". Ein Glaukom-Erkrankter kann nicht mehr das vollständige Bild sehen. Da der Prozess der Zerstörung des Sehnervs schleichend verläuft, werden die Gesichtsausfälle meist erst im späteren Stadium der Erkrankung bemerkt. Ein Grüner Star ist dann bereits fortgeschritten.

Weltweit zählt das Glaukom damit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Nach Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte leiden in Deutschland etwa eine Million Menschen an der Erkrankung Grüner Star. Ungefähr zehn Prozent der Patienten laufen Gefahr, ihr Augenlicht dauerhaft zu verlieren. Da ein Glaukom meist, aber nicht immer mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht, wird es oft zu spät erkannt. Die Dunkelziffer an Glaukom-Erkrankten dürfte damit wahrscheinlich höher sein.

Nicht verwechselt werden darf das Glaukom mit dem Grauen Star. Die häufig mit zunehmendem Alter auftretende Linsentrübung beim Grauen Star ist durch eine kleine Operation gut behandelbar. Der Sehnerv wird durch diese Erkrankung nicht zerstört.

Die verbesserten Möglichkeiten in der Früherkennung und Behandlung in den letzten 20 bis 30 Jahren führten erfreulicherweise zu einem Rückgang der Erblindungen durch den Grünen Star um circa 50 Prozent. Um so wichtiger ist es für unsere älteren Mitmenschen und ihre Angehörigen, die ersten Anzeichen eines Glaukoms zu erkennen und schnellstmöglich einen Augenarzt aufzusuchen. Mithilfe moderner Medikamente und weiterer Therapien lässt sich ein Grüner Star im Verlauf der Erkrankung verlangsamen und eventuell stoppen. Ein ausgefülltes Leben mit Glaukom ist somit auch im Alter möglich.

Diagnose – Grüner Star

Auge mit und ohne Glaukom
Links: normales Auge | Rechts: Glaukom

Spätestens beim ersten Auftreten von Sehstörungen sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Das Glaukom ist dann bereits fortgeschritten. Weitere Schäden können jedoch durch eine sofort einsetzende zielgerichtete Glaukom-Therapie vermieden werden. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt (auch in jüngerem Alter und ohne Symptome) sind sinnvoll, wenn bei Ihnen Risikofaktoren für den Grünen Star vorliegen. Dazu gehören Glaukom-Fälle in der Familie, oder Sie leiden an Diabetes, dem Raynaud-Syndrom (Durchblutungsstörungen der Finger und Zehen) oder einem engen Kammerwinkel (Abflussstörung der Augenkammer).

Anamnese - Untersuchung auf Glaukom

Die Untersuchung beim Augenarzt beginnt mit der Anamnese, dem Erstgespräch. Dabei schildern Sie Ihre Beschwerden, und der Arzt stellt Ihnen zielgerichtete Fragen. Danach erfolgen weitere Untersuchungen der Augen. Aus der Anamnese in Zusammenhang mit den Untersuchungen wird Ihr Augenarzt erkennen, ob Sie an einem Grünen Star leiden.

In der Glaukom-Anamnese werden Ihnen folgende oder ähnliche Fragen gestellt:

  • Leiden oder litten andere Familienmitglieder an einem Glaukom oder anderen Erkrankungen der Augen?
  • Haben Sie Sehstörungen? Haben Sie den Eindruck, nur einen Teil dessen zu sehen, was Sie sehen müssten?
  • Leiden Sie an Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen?
  • Gibt es andere Erkrankungen wie Diabetes, Miigräne, Fettstoffwechselstörungen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen?
  • Gab es jemals Verletzungen an Ihren Augen (beim Sport oder durch Unfälle)?
  • Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein, und vertragen Sie diese gut?

Sollte sich bei Ihnen der Verdacht auf ein Glaukom bestätigen, wird der Augenarzt für Sie einen individuellen Therapieplan erstellen:

1. Allgemeine Augenuntersuchung

Allgemeine Augenuntersuchung

Nach der Anamnese wird sich der Arzt Ihre Augen anschauen und mit geeigneten Hilfsmitteln untersuchen. Er betrachtet dabei nicht nur die Linse und die Hornhaut, sondern auch die Augenlider und den Tränenapparat. Wichtig für seine Diagnose sind insbesondere auch Rötungen, eitrige Absonderungen und weitere Veränderungen oder Auffälligkeiten.

2. Spaltlampen-Untersuchung

Spaltlampen-Untersuchung

Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Spaltlampen-Untersuchung. Diese wird in einem abgedunkelten Raum durchgeführt und ist absolut schmerzfrei. Die Spaltlampe erlaubt einen scharf begrenzten Lichtstrahl, den Ihr Augenarzt auf Ihr Auge richtet. Dadurch werden verschiedene Strukturen in Ihrem Auge sichtbar gemacht oder hervorgehoben. Auch kleinste Veränderungen der Bestandteile des Auges kann Ihr Arzt damit gut erkennen. Sollte bei Ihnen der Verdacht Glaukom bestehen, wird Ihr Augenarzt insbesondere die Tiefe der vorderen Augenkammer und die Platzverhältnisse des Kammerwinkel-Eingangs betrachten. Auch Veränderungen der Regenbogenhaut oder ungewöhnliche Pigmentierungen der Hornhaut können für die Diagnose von Bedeutung sein.

3. Messung des Drucks im Innenauge

Messung des Drucks im Innenauge

Die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) erfolgt mit einem Applanationstonometer. Da das Gerät von vorn auf die berührungsempfindliche Hornhaut drückt, wird diese zuvor mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Die Maßeinheit für den Druck im Augapfel ist wie beim Blutdruckmessen mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Der normale Wert liegt zwischen 10 und 21 mmHg. Da die Werte im Verlaufe des Tages um etwa fünf mmHg schwanken können und nachts und morgens am höchsten sind, sollte die Messung mit der Uhrzeit zusammen dokumentiert werden. Leiden Sie an einem Glaukom, wird der Wert Ihres Augeninnendrucks über 21 mmHg liegen. Bei einem Glaukom-Anfall kann er mehr als das Doppelte betragen. Der Wert kann auch durch die Dicke der Hornhaut und ein höheres Lebensalter nach oben verändert sein, ohne dass ein Grüner Star vorliegt.

4. Blutdruckmessung

Blutdruckmessung

Routinemäßig misst Ihr Augenarzt auch Ihren Blutdruck. Bei Glaukom-Patienten ist das Verhältnis zwischen dem Blutdruck in den Blutgefäßen und dem Augeninnendruck gestört.

5. Messung der Hornhautdicke

Messung der Hornhautdicke

Um eine Verfälschung des Wertes für den Augeninnendruck durch eine veränderte Hornhautdicke auszuschließen, kann Ihr Augenarzt die Dicke Ihrer Hornhaut mit Licht oder Ultraschall messen.

6. Augenspiegelung

Augenspiegelung

Mit einer Augenspiegelung (Funduskopie, Ophthalmoskopie) lassen sich das Stadium einer Glaukom-Erkrankung und die entstandenen Schäden sehr gut erkennen. Damit Ihr Augenarzt möglichst viel von Ihrer Netzhaut, Ihren Blutgefäßen im Auge und des Sehnervkopfes sehen und beurteilen kann, erhalten Sie vor der Untersuchung zur Erweiterung der Pupille spezielle Augentropfen.

7. Gonioskopie

Gonioskopie

Erhärtet sich der Verdacht Glaukom, kommt das Gonioskop zum Einsatz. Mithilfe dieses Gerätes, das auf die betäubte Hornhaut aufgesetzt wird, kann Ihr Arzt über eine spezielle Linse „um die Ecke" herum das Augeninnere betrachten. Beim Offenwinkel-Glaukom werden sich Abflussprobleme durch altersbedingte Plaques (Ablagerungen) oder die Regenbogenhaut zeigen. Im Gegensatz dazu erkennt er am flachen Kammerwinkel ein Engwinkel-Glaukom.

8. Messung des Gesichtsfeldes

Messung des Gesichtsfeldes

Zur Prüfung, ob bei Ihnen ein eingeschränktes Gesichtsfeld vorliegt, wird eine Perimetrie (Gesichtsfeldmessung) einzeln an jedem Auge vorgenommen. Dabei müssen Sie mit einem Knopfdruck auf Lichtreize im Raum reagieren, ohne direkt in die Richtung des Lichtes zu schauen. Ihr Augenarzt kann damit erkennen, ob schon Nerven- oder Netzhautschäden durch ein Glaukom vorliegen und wie groß die Gesichtsfeldausfälle bereits sind. Allerdings treten solche Ausfälle des Gesichtsfeldes auch bei anderen Erkrankungen auf. Beim Grünen Star lassen sie sich erst nachweisen, wenn die Schädigung der Nervenfasern mehr als 30 Prozent beträgt.

9. Mögliche zusätzliche Untersuchungen

Mögliche zusätzliche Untersuchungen

Ihr Augenarzt wird entscheiden, ob weitere Untersuchungen wie Fluoreszenzangiografie (Röntgen-Kontrastuntersuchung der Blutgefäße im Auge), Thermografie (Aufzeichnung der Wärmeabgabe des Augapfels als Maß für die Durchblutung) oder eine Kapillarmikroskopie (Betrachtung der feinsten Blutgefäße der Netzhaut) notwendig sind, um die Durchblutungssituation im Auge zu beurteilen.

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Grüner Star und seine Ursachen

Die Ursachen für die Glaukom-Entstehung sind vielfältig und hängen ab von der jeweiligen Form der Erkrankung. Führen diese Ursachen zu einem chronischen Überdruck in der Augenkammer (zu einem erhöhten Augeninnendruck), kommt es in den meisten Fällen zu einem Glaukom. Beträgt der Druck im Augeninneren häufig mehr als 22 mmHg, ist die Wahrscheinlichkeit, am Grünen Star zu erkranken, hoch. Das Risiko, ein Glaukom zu entwickeln, verfünffacht sich bei einem Augeninnendruck von mehr als 35 mmHg. Im schlimmsten Fall führt ein Grüner Star zur Erblindung. Somit ist das frühzeitige Erkennen der Erkrankung äußerst wichtig. Eine schnell einsetzende Glaukom-Therapie in Kombination mit Reduzierung der Risikofaktoren stoppt oder verzögert die weitere Zerstörung der Zellen des Sehnervs und damit das Risiko einer Glaukom-bedingten Erblindung. In einigen Fällen liegt zwar ein erhöhter Druck im Augeninneren vor, ohne dass der Sehnerv beschädigt wurde. Diese Erkrankung wird als Augen-Hochdruck (okuläre Hypertension) bezeichnet. Auch diese Erkrankung muss behandelt werden, damit sie nicht im Laufe der Zeit zur Entstehung eines Grünen Stars führt.

Eine Erkrankung am Glaukom ist auch möglich, wenn der Augeninnendruck normal ist. Diese Krankheit heißt Normaldruck-Glaukom. Meistens sind dafür generelle Durchblutungsstörungen die Ursache. Die Durchblutung kann nicht nur in anderen Bereichen des Körpers beeinträchtigt sein, sondern auch in den feinen Gefäßen der Augen. Leiden Sie häufig an kalten Händen oder Füßen, an Tinnitus (Ohrgeräuschen), arterieller Hypotonie (arterieller niedriger Blutdruck) oder können Sie ständig schlecht einschlafen, sollten Sie abklären lassen, ob nicht auch die Durchblutung Ihrer Augen beeinträchtigt ist.

Glaukom – häufige Ursachen und Risikofaktoren

Treffen mehrere Faktoren der Aufzählung auf Sie zu und haben Sie entsprechende Symptome, sollten Sie schnellstens eine Untersuchung bei Ihrem Augenarzt vereinbaren:

  • Diabetes
  • Starkes Rauchen von Tabakwaren
  • Alkoholmissbrauch
  • Bluthochdruck und Blutdruckschwankungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Genetische Vorbelastung (Glaukom-Erkrankungen in der Familie)
  • Höheres Lebensalter (mehr als 90 Prozent aller Glaukome)
  • Verschiedene Traumata, zum Beispiel Unfälle oder andere Augenverletzungen
  • Angeborener Grüner Star (selten)
  • Therapiefehler
  • Zu starke Sonneneinstrahlung in die Augen (UV-Strahlung)
  • Röntgenstrahlung
  • Störungen des Abflusses des Augenkammerwassers
  • Erkrankungen des Immunsystems (Allergien, Autoimmunerkrankungen)
  • Kurz- oder Weitsichtigkeit
  • Häufige Migräne
  • Dünne Hornhaut
  • Berufsbedingte Ursachen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Lebensgewohnheiten
  • Starkstromunfälle
  • Konsum von Drogen
  • Lang andauernde Kortisonbehandlung
  • Häufiges Arbeiten bei großer Hitze (zum Beispiel Hochofenarbeiter)
  • Glaukom-Formen, die sich etwa infolge einer anderen Erkrankung oder einer Augenverletzung entwickeln
  • Meist altersbedingte Plaques (Ablagerungen) im Bereich des Kammerwinkels und Schlemm'schen Kanals, die den Abfluss des Kammerwassers behindern (Offenwinkel-Glaukom)
  • Zu geringe Druckdifferenz zwischen dem Druck in den Gefäßen der Netzhaut und dem Druck im inneren Auge (zu geringer Perfusionsdruck) – Ursache: verschiedene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (vor allem Herzklappenfehler, Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) der Hals- oder Hirnschlagadern, Arteriosklerose, niedriger Blutdruck, Störung der Funktion der Gefäße)
  • Permanent erhöhter Blutdruck (Hypertonie) mit Folgeschäden an den Blutgefäßen
  • Fettstoffwechselstörungen (Ablagerungen in den Blutgefäßen durch ständig erhöhtes Cholesterin oder Triglyceride)
  • Diabetes Mellitus (führt zur Zerstörung insbesondere kleiner Blutgefäße und damit zu Durchblutungsstörungen, auch im Auge)
  • Andere Stoffwechselerkrankungen, die die Blutgefäße schädigen
  • Autoimmunerkrankungen, die sich gegen die Blutgefäße richten
  • Vernarbungen und Ablagerungen in den Augen durch schwere oder chronische Entzündungen der Augen
  • Mehrjährige Kortisontherapie
  • Ständige Anwendung von Medikamenten zur Pupillenerweiterung (der Kammerwinkel kann dadurch durch die Regenbogenhaut blockiert werden)
  • Veränderungen der Form der vorderen Augenkammer und des Augapfels (erkennbar an starker Weit- oder Kurzsichtigkeit von mehr als vier Dioptrien)
  • Dunkle Hautfarbe


Augenuntersuchung

Augenuntersuchung Glaukom

Grüner Star – Untersuchungen zur Früherkennung

Die Glaukom-Früherkennung ist immens wichtig. Aus diesem Grund bieten zunehmend mehr Augenarztpraxen eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung an. Haben Sie den Verdacht, an einem Glaukom erkrankt zu sein, treffen mehrere der Risikofaktoren auf Sie zu oder wollen Sie einfach sicher sein, dass alles in Ordnung ist, sollten Sie diese Untersuchung in Anspruch nehmen. Der Augenarzt misst im Rahmen der Früherkennung den Augeninnendruck und untersucht den Sehnerv und das Auge selbst mit einem Spaltlampenmikroskop. Bestätigt sich der Verdacht "Grüner Star", wird er Ihnen eine geeignete Therapie empfehlen. Die Früherkennungsuntersuchung müssen Sie selbst zahlen. Nur bei einem begründeten Verdacht, am Glaukom erkrankt zu sein oder bestimmten Risikofaktoren wie Diabetes-bedingten Augenschäden, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.

Symptome der Erkrankung Glaukom

Etwa vier Prozent der Menschen leiden an einem Glaukom. Das Tückische an der Erkrankung ist ihr nahezu schmerzloser Verlauf (außer beim Glaukom-Anfall). Zeigen sich die ersten Symptome (meist ab dem 40. Lebensjahr), liegen häufig schon größere Schäden am Auge vor.

Wie erkennen Sie, ob Sie am Glaukom erkrankt sind?

Je nach Stadium und Art vom Glaukom können die Symptome sehr unterschiedlich sein.

Chronisches Glaukom

Ein chronischer Grüner Star ist meist ein primäres Offenwinkel-Glaukom, seltener ein chronisches Engwinkel-Glaukom. Diese Form entwickelt sich langsam und wird oft lange nicht bemerkt, da im frühen Stadium nahezu keine Glaukom-Beschwerden auftreten. Dadurch werden die frühen Anzeichen häufig nicht ernst genommen oder als Alterserscheinungen abgetan. Treten die ersten Sehausfälle auf, ist es höchste Zeit, den Augenarzt zur weiteren Abklärung aufzusuchen. Die Gesichtsfeldausfälle (Skotome) sind anfangs klein und fleckenartig und befinden sich häufig am Rand des Sehfeldes. Das Gesichtsfeld verengt sich beim Glaukom bogenförmig von außen her. Mit der Zeit werden dadurch die Sehausfälle von außen nach innen größer. Glaukom-Betroffene empfinden es als „Tunnelblick". Das Zentrum des Bildes können sie gut erkennen. Die Umgebung des Gesichtsfeldes wird immer schlechter oder gar nicht mehr wahrgenommen. Seltener treten die Wahrnehmungsstörungen im Zentrum des Gesichtsfeldes auf. Durch die zunehmende Anstrengung beim Sehen können die Augen sich röten oder schmerzen. Kopfschmerzen sind eine häufige Begleiterscheinung beim Glaukom. Bei einem über einen längeren Zeitraum erhöhten Innendruck im Auge kann es zu Schwellungen (Ödemen) kommen. Durch die dadurch bedingten Lichtbrechungen sehen Sie Höfe oder farbige Ringe um Lichtquellen.

Akutes Glaukom (Glaukom-Anfall)

Während sich das chronische Glaukom langsam und anfangs unbemerkt entwickelt, ist ein akuter Grüner Star ein medizinischer Notfall. Das akute Engwinkel-Glaukom wird auch Glaukom-Anfall genannt. Der schnelle und heftige Anstieg des Augeninnendrucks muss sofort behandelt und gesenkt werden. Ansonsten besteht die akute Gefahr des Erblindens.

Treten einige oder alle der folgenden Symptome plötzlich bei Ihnen auf, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

  • Starke Augenschmerzen und Kopfschmerzen
  • Harter und tastbarer Augapfel
  • Gerötetes Auge
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Plötzlich veränderte Sehschärfe
  • Mittelweite Pupille, die sich bei Lichteinfall kaum oder gar nicht verengt

Angeborenes Glaukom (Kongenitales Glaukom)

Ein Grüner Star kann angeboren sein. Meist hat die Mutter des Babys während der Schwangerschaft eine Rötelninfektion durchgemacht. Zeigen sich beim Baby Symptome wie tränende Augen, Lichtscheu, vergrößerter Augapfel, vergrößerte oder getrübte Hornhaut, sollte sofort ein Kinderarzt konsultiert werden, um abzuklären, ob ein Glaukom vorliegt.

Grüner Star – Therapie

Grüner Star Therapie

Das Glaukom muss sofort nach der Diagnose zielgerichtet behandelt werden. Ohne Therapie nimmt der Sehnerv weiterhin Schaden, und das Risiko einer Erblindung wächst. Ziel der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ist die Senkung des Augeninnendrucks sowie das Ausschalten möglicher Risikofaktoren beziehungsweise die Therapie anderer Grunderkrankungen.

Steht die Diagnose „Grüner Star" fest, sollte möglichst schnell mit der Behandlung begonnen werden, um möglichst (weitere) Augenschäden zu verhindern. Es stehen dazu verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei vielen Menschen mit Grünem Star muss der Augeninnendruck gesenkt werden – mit Medikamenten und/oder einem operativen Eingriff. Dadurch kann das Voranschreiten des Glaukoms verhindert oder zumindest verlangsamt werden. In der Glaukom-Behandlung werden medikamentöse oder operative Verfahren eingesetzt oder eine Kombination von beidem. Wichtig ist ein frühzeitiger Beginn der für den Glaukom-Betroffenen geeigneten Therapie und eine konsequente Fortführung.

Bei der Absenkung und Einstellung des Augeninnendrucks unter den kritischen Wert geht es darum, die Blutversorgung von Netzhaut und Sehnerv im Auge wiederherzustellen. In den Blutgefäßen des Augapfels fließt das Blut mit einem bestimmten Druck. Dieser mittlere Druck wird Perfusionsdruck genannt. Der Druck im Augapfel muss durch die Therapie so weit abgesenkt werden, dass er deutlich unter den Perfusionsdruck in den Blutgefäßen liegt. Damit soll die ausreichende Blutversorgung des Sehnervenkopfs und der Netzhaut gewährleistet werden. Ihr Augenarzt wird Ihnen diesen Wert als „Zieldruck" erklären. Er bestimmt diesen Wert mit denselben Verfahren, die er bereits bei der Diagnose Grüner Star angewendet hat. Die stabile Einstellung auf den passenden Zielwert erfordert anfangs häufigere Kontrollen und eine eventuelle Anpassung der Therapie. Regelmäßige Untersuchungen, anfangs in kürzeren Abständen, sollen sicherstellen, dass Sie auf die Therapie gut ansprechen und das Glaukom zum Stillstand kommt. Sollten die anfangs verordneten Medikamente – auch nach Anpassung – keine ausreichende Verbesserung bringen, kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

Glaukom – Medikamentöse Behandlung

Ihr Augenarzt wird die Therapie zur Senkung des Drucks im inneren Auge bis zum Erreichen des Zielwertes meist mit Medikamenten beginnen. Dabei ist es wichtig, den Augeninnendruck dauerhaft stabil und niedrig zu halten. Ein Grüner Star ist am häufigsten ein primäres Offenwinkel-Glaukom und spricht gut auf Medikamente an. Meist sind diese Medikamente spezielle Augentropfen. Nach Anweisung Ihres Augenarztes wenden Sie diese Tropfen einmal oder mehrmals täglich an. Je nach ihren Wirkstoffen reduzieren manche Tropfen die Produktion des Kammerwassers. Andere verbessern den Abfluss des Kammerwassers. Verfügbar sind auch Tropfen, die beides bewirken. Ziel ist immer, Ihren Augeninnendruck unter Ihren individuellen Zielwert zu senken und damit das Glaukom am Fortschreiten zu hindern. In den letzten Jahren wurden eine Reihe neuer Augentropfen zum Senken des Augeninnendrucks entwickelt. Verschiedene Wirkstoffe können miteinander kombiniert werden. Häufig enthalten die Tropfen keine Konservierungsmittel mehr, sodass sie gut verträglich sind. Eine stabile Einstellung des individuellen Zielwertes ist dabei sehr gut möglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind auch für die Zukunft notwendig, um frühzeitig einer eventuellen Verschlechterung vom Glaukom entgegenwirken zu können. Die Augentropfen werden in den meisten Fällen lebenslang eingenommen werden müssen. Ihr Augenarzt wird Ihnen das Mittel verordnen, das für Sie bei Ihrem Glaukom die beste Wirksamkeit und Verträglichkeit hat.

Am Häufigsten beim Glaukom eingesetzt werden Augentropfen mit folgenden Wirkstoffen:

  • Prostaglandine

Sie gehören zu den wichtigsten Medikamenten in der Glaukom-Therapie und werden seit Mitte der 1990er Jahre eingesetzt. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe Latanoprost, Travoprost und Bimatoprost sorgen für einen besseren Abfluss des Kammerwassers. Es genügt meist, die Tropfen nur einmal täglich anzuwenden, da sie bereits in kleinen Mengen sehr wirksam sind. Seltene Nebenwirkungen können sein: Augenrötung, Verfärbung der Iris, verstärktes Wimpernwachstum.

  • Betablocker

Seit 1978 kann ein Grüner Star in Deutschland mit Betablocker-Augentropfen behandelt werden. Bekannt sind Betablocker eher aus der Therapie von Patienten mit Bluthochdruck. Beim Glaukom sorgen sie als Augentropfen seit vielen Jahren für eine erfolgreiche Reduzierung des Augeninnendrucks durch Verminderung der Kammerwasserproduktion. Sie werden einmal bis zweimal täglich getropft. Nicht angewendet dürfen sie werden, wenn der Patient unter einem niedrigen Blutdruck, bestimmten Herzkrankheiten oder Asthma leidet.

  • Karboanhydrasehemmer

Das Enzym Karboanhydrase reguliert die Produktion des Kammerwassers. Durch Karboanhydrasehemmer wird die Kammerwasserproduktion reduziert. Möglicherweise verbessern die Augentropfen auch direkt die Durchblutung am Sehnerv und der Netzhaut. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung könnten Patienten mit weiteren Durchblutungsproblemen zusätzlich davon profitieren. Die Augentropfen werden dreimal täglich angewendet. Werden sie mit Betablockern kombiniert, müssen sie täglich nur zweimal getropft werden.

  • Alpha-Agonisten

Auch der Alpha-Agonist Brimonidin reduziert die Kammerwasserproduktion und wirkt sich zusätzlich positiv auf den Abfluss des Kammerwassers aus. Anhand von Tierversuchen ergab sich die Vermutung, dass nicht nur ein Grüner Star positiv von diesem Wirkstoff beeinflusst wird. Er soll auch eine nervenschützende Wirkung haben. Im Vergleich zu den älteren Präparaten Clonidin und Apraclonidin treten beim Brimonidin weniger Nebenwirkungen auf. Als Begleiterscheinungen könnten sich Müdigkeit, Mundtrockenheit und eine Blutdrucksenkung zeigen.

  • Pilocarpin

Das Glaukom wurde mit diesem Wirkstoff bereits seit 1876 behandelt und gilt damit als Klassiker in der Glaukom-Therapie. Aufgrund seiner pupillenverengenden Wirkung hat es in der heutigen Zeit an Bedeutung verloren, zumal sehr viele moderne Präparate ohne diese Nebenwirkung entwickelt worden sind. Die verengten Pupillen führen bei älteren Patienten mit Linsentrübung oftmals zu zusätzlichen Beeinträchtigungen. Auch jüngere Patienten litten häufiger unter schlechterem Dämmerungssehen.

  • Kombinationspräparate

Mitunter reicht ein Monopräparat nicht aus, um den Augeninnendruck zufriedenstellend zu senken oder das Gesichtsfeld verschlechtert sich, obwohl der Augendruck sinkt. Hier bietet die moderne Medizin sehr gute Kombi-Präparate. Zum Beispiel gibt es Augentropfen der Kombination Betablocker/Karboanhydrasehemmer und Betablocker/Prostaglandinderivat. Die Vorteile für den Patienten zeigen sich in einer leichteren Anwendbarkeit und geringerer Belastung mit Konservierungsstoffen.

  • Konservierungsmittelfreie Glaukom-Medikamente

Manche Konservierungsmittel in Augentropfen führen zu einem sogenannten „trockenen Auge". Zudem leiden Glaukom-Patienten oftmals ohnehin an trockenen Augen. Erfreulicherweise gibt es fast alle Augentropfen mittlerweile auch als Variante ohne Konservierungsmittel. Konservierungsmittelfreie Einmaldosen sind hierbei eine ausgezeichnete, hygienische und gut anwendbare Lösung.

Glaukom – operative Eingriffe

Eine Operation ist notwendig, wenn die Medikamente nicht ausreichen, den Augeninnendruck stabil zu senken. Mitunter ist für den am Glaukom leidenden Patienten auch die Kombination von medikamentöser und operativer Behandlung die am besten passende Lösung.

Beim angeborenen Glaukom muss eine Operation zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden, um eine Erblindung des Kindes zu vermeiden. Auch beim Glaukom-Anfall und dem damit einhergehenden schnell ansteigenden Innendruck ist bei nicht ausreichend schneller Senkung des Drucks ein operativer Eingriff notwendig.

Die moderne Medizin setzt verschiedene operative Verfahren ein. Meist sind es kleine und unter lokaler Betäubung durchgeführte Operationen, die für den Patienten wenig belastend sind. Komplikationen treten in der modernen mikro-invasiv arbeitenden Glaukom-Chirurgie höchst selten auf.

  • Trabekelektomie/Trabekulotomie

Während des Eingriffs wird ein künstliches Drainagesystem gelegt. Das Kammerwasser sickert hierbei aus der vorderen Augenkammer zur Bindehaut nach außen ab. Von dort wird es über die Gefäße der Bindehaut abtransportiert. Dieses unter örtlicher Betäubung erfolgende Verfahren dauert etwa eine halbe Stunde und kann ambulant erfolgen.

  • Iridektomie und Laser-Iridotomie

Mit einem kleinen Schnitt wird die Iris (Regenbogenhaut) geöffnet. Der Schnitt erfolgt bei lokaler Betäubung durch einen Laser oder ein kleines Skalpell. Das Kammerwasser hat nun die Möglichkeit, durch die winzige Öffnung aus der hinteren in die vordere Kammer zu gelangen und über einen Kanal abzufließen. Beim Engwinkel-Glaukom oder bei Risiko eines Glaukom-Anfalls ist dieses Verfahren geeignet.

  • Laser-Trabekuloplastik

Laserstrahlen werden unter örtlicher Betäubung auf das Trabekelwerk (= schwammartiges Gewebe im Kammerwinkel) geschossen. Damit kann das Kammerwasser besser abfließen. Patienten, bei denen ein Grüner Star ein Offenwinkel-Glaukom ist, profitieren sehr von dieser Methode, da sich der Augeninnendruck damit um ungefähr acht mmHg absenken lässt. Leider ist die Wirkung dieses Verfahrens oft nicht lang andauernd.

  • Zyklophotokoagulation/Zyklokryokoagulation

Der Ziliarkörper ist ein ringförmiger Teil der mittleren Augenhaut und beteiligt an der Kammerwasserproduktion. Bei der Zyklokryokoagulation wird der kammerwasserbildende Teil des Ziliarkörpers mit einem Kältestift, bei der Zyklophotokoagulation mit einem Laser zerstört. Die Kammerwasserproduktion sinkt und in der Folge der Augeninnendruck. Bei sekundären Glaukomen und vorher erfolglos operierten Glaukomen sind diese Verfahren das Mittel zur Wahl.

  • Eröffnung des Schlemm'schen Kanals

Über den Schlemm'schen Kanal wird im Auge der Großteil des Kammerwassers abgeleitet. Bei dieser Operation wird vom Schlemm'schen Kanal chirurgisch eine Öffnung zur vorderen Augenkammer geschaffen, um einen besseren Abfluss des Kammerwassers zu ermöglichen. Beim angeborenen Glaukom findet dieser Eingriff Anwendung.

  • Kanaloplastik

Das relativ neue und schonende Verfahren arbeitet mit einem speziellen Mikrokatheter. Bekannt ist diese Art Katheter aus der Herzchirurgie. Der Abflusskanal des Auges, der nur ein viertel Millimeter dick ist, wird durch Einsatz dieses Katheters vorsichtig aufgedehnt. Danach wird ein Faden in den Kanal eingefädelt und gespannt. Damit kann der Kanal offen gehalten und der normale Abfluss des Kammerwassers gewährleistet werden. Eine künstliche Ableitung nach außen ist nicht mehr notwendig. Patienten erholen sich schnell nach dem Eingriff und leiden danach kaum an den typischen Komplikationen. Dieses Verfahren bietet noch weitere Vorteile im Vergleich zu älteren operativen Eingriffen bei der Glaukom-Behandlung. Sie müssen Ihre Medikamente vor dem Eingriff nicht absetzen und empfinden die kurze Operation als wenig belastend. Die natürlichen Abflusswege des Kammerwassers werden genutzt und verbessert. Ein künstlicher Shunt muss nicht eingesetzt werden. Durch die Nichtöffnung des Augapfels ergibt sich eine höhere Stabilität. Ein zu niedriger Druck kann nicht mehr auftreten und damit ebenso keine Sehverschlechterung durch den vorher nach Operationen häufig zu niedrigen Druck. Die Heilung verläuft schnell und meist komplikationslos. Auch eine langwierige Nachsorge nach der Glaukom-Operation ist nicht mehr notwendig. Ausgezeichnete Langzeitergebnisse sprechen ebenfalls für dieses moderne Verfahren.

  • 360° Trabekulotomie

Sollte nach der Kanaloplastik der Augeninnendruck noch nicht ausreichend abgesunken sein, kann mit diesem Verfahren der Druck minimal-invasiv weiter gesenkt werden. Eine komplett neue Operation ist nicht notwendig.

  • Suprachoroidale Drainage mit Kollagen-Implantat

Als wichtige Alternative zur Kanaloplastik gilt die Suprachoroidale Drainage mit Kollagen-Implantat. Es handelt sich dabei um eine Aderhaut-Drainage. Damit kann ein (mitunter notwendiger) besonders niedriger Druck im Innenauge erzeugt werden.

  • Mikro-Stents

Beim einfachen und mittleren Glaukom werden die schonenden und kaum belastenden Mikro-Stents in zunehmendem Maße eingesetzt. Der Innendruck wird nur mäßig gesenkt. Aus diesem Grund eignen sie sich mehr zum ergänzenden Einsatz bei anderen Verfahren oder Therapien. Der Krankheitsverlauf wird vielfach positiv beeinflusst.

Leben mit der Erkrankung Grüner Star

Natürlich haben Glaukom-Betroffene Angst zu erblinden. Angst ist allerdings ein schlechter Berater. Werden Sie aktiv! Informieren Sie sich über Glaukom-Therapieverfahren und wählen zusammen mit Ihrem Arzt Ihre Behandlung aus. Wenden Sie Ihre Medikamente gewissenhaft an. Gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen.

Wurde Ihr Grüner Star spät erkannt, und Sie haben stärkere Beschwerden, so passen Sie Ihren Alltag den neuen Bedingungen bestmöglich an. Sorgen Sie für eine helle Beleuchtung Ihrer Wohnung, um sich besser orientieren zu können. Vielleicht stellen Sie Ihre Möbel zweckmäßig um, damit Sie sich nicht verletzen oder stürzen? Sind Sie noch im Arbeitsleben, so gestalten Sie auch Ihren Arbeitsplatz entsprechend Ihrer aktuellen Situation. Haben Sie keine Scheu, bei Bedarf um Unterstützung durch Hilfsmittel oder eine Haushaltshilfe zu bitten. Für viele Glaukom-Erkrankte ist der Austausch mit anderen Betroffenen sehr wichtig und erleichtert die Situation. Sie sind nicht allein mit der Glaukom-Erkrankung. In Internet-Foren, Grüner Star-Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen können Sie mit anderen Betroffenen reden, sich austauschen und Tipps zum Umgang mit der Krankheit holen. Ist Ihnen das Autofahren selbst nicht mehr möglich, bitten Sie Familienmitglieder oder Freunde um Hilfe. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenkasse. Sie werden dort Kontaktadressen und Telefonnummern erhalten von Anlaufstellen, die Ihnen helfen, Ihr Leben mit Glaukom gut zu meistern.

Ergänzende Empfehlungen – Glaukom

Ein Grüner Star wird durch verschiedene Risikofaktoren und Vorerkrankungen hervorgerufen. Sinnvoll für einen guten Verlauf ist somit auch die Behandlung dieser Vorerkrankungen und die sanfte Umstellung auf eine weitgehend gesunde Lebensweise.

Eine gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln sollte eine wichtige Basis sein. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die Sie verändern könnten. Statt Cola und andere zu süße und mit Chemikalien gefärbte und aromatisierte Getränke zu sich zu nehmen, versuchen Sie es doch einfach mit einem guten Wasser mit einem Schuss Apfel- oder Orangensaft. Davon trinken Sie am Tag (je nach Körpergewicht) zwischen einem und zwei Litern. Oft ist die unzureichende Flüssigkeitsaufnahme im fortgeschrittenen Alter ein bedeutsamer Faktor bei der Entstehung von Durchblutungsstörungen bis hin zur Demenz.

Schon Paracelsus sagte: „Die Dosis macht das Gift!" Auch wenn Alkohol und Nikotin beim Glaukom zu den Risikofaktoren seiner Entstehung zählen, müssen Sie nicht komplett darauf verzichten. Ein Glas Rotwein oder Bier in geselliger Runde trägt durchaus zum Wohlbefinden und zur Lebensfreude bei.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich parallel zur ärztlichen Therapie sehr gut mit pflanzlichen Präparaten auf der Basis von Weißdorn, Herzgespann oder Strophantus unterstützen. Auch die uralte Knoblauch-Zitronen-Kur ist ein einfaches Heilmittel, die Durchblutung und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Geben Sie in diesen Trunk noch eine Prise Zimt, hilft sanft Ihrer Bauchspeicheldrüse. Leiden Sie an Diabetes, achten Sie bitte auch hier auf eine gute Einstellung durch Ihren Arzt und befolgen die empfohlenen Ernährungsrichtlinien.

Ihren Stoffwechsel und die Funktionen Ihrer wichtigen Ausscheidungsorgane Leber und Nieren unterstützen Sie auf pflanzlichem Wege mit Mariendistel und Goldrute. Ein körperwarmes Fußbad mit einem basischen Salz als Zusatz – ein- bis zweimal die Woche – ist nicht nur angenehm, sondern hilft Ihrem Körper auf sanftem Weg, überschüssige Säuren auszuscheiden. Vielleicht schließen sich Familienmitglieder oder Freunde an? Dann lässt sich die Zeit in wunderbarer Gesprächsrunde verbringen.

Gerade im höheren Lebensalter sind Lebensfreude und ausreichend angemessene Bewegung äußerst wichtig. Spaziergänge, leichter Seniorensport oder Seniorentanz, das Treffen mit Freunden, scherzen, lachen – all dies macht nicht nur den Alltag mit einem Glaukom leichter, sondern hilft insgesamt, Ihre körperliche Verfassung zu verbessern.

Grüner Star - Suchen Sie einen Arzt auf

Es ist immer ratsam den Arzt aufzusuchen und sich professionell diagnostizieren und beraten zu lassen, wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas mit Ihren Augen nicht in Ordnung ist.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!

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